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Heizung
Heizung, Bild: Unsplash

Elektroheizungen- Vor- und Nachteile im Überblick

In den letzten Wochen hat sich ein riesiger Hype rund um Elektroheizungen aufgebaut. Die Angst der Verbraucher vor einer Gasknappheit und die weiter steigenden Rohstoffpreise treiben die Nachfrage nach den Geräten weiter in die Höhe. Doch sind Elektroheizungen wirklich so gut wie ihre Absatzzahlen? Wir haben zusammengefasst, welche Vor- und Nachteile die Elektroheizungen für Verbraucherinnen und Verbraucher haben.

Diese Elektroheizungen gibt es

Elektronische Heizungen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Im Nachfolgenden stellen wir die zwei populärsten Arten der Elektroheizung vor, genauso wie Ihre Vor- und Nachteile.

Die Infrarotheizung

Die wohl bekannteste Art der Elektroheizung ist die Infrarotheizung. Die Geräte haben sich in den letzten Jahren besonders in Neubauten und modernen Wohnräumen etabliert. Infrarotheizungen gibt es in verschiedenen Designs und Ausführungen. Oftmals sind es schlichte weiße Paneele, die in den Wohnungen aufgehängt werden. Allerdings können Infrarotheizungen auch als Wandbilder, als Spiegel oder in Marmoroptik gekauft werden.

Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Die Infrarotheizung gilt als eine der effektivsten Heizungssysteme. Diese Art der Elektroheizung wandelt elektrische Energie in Infrarotstrahlen um, um Gegenstände, Wände und Personen in einem Raum zu erwärmen. Im Gegensatz zu einer Konvektionsheizung erwärmt sie also nicht die Luft direkt, sondern nur feste Materie. Dadurch geht weniger Energie verloren, und die erwärmten Gegenstände können diese Wärme wieder abgeben.

Bei einer regulären Konvektionsheizung entsteht im Raum eine Luftzirkulation, die bestehende Luft immer und immer wieder erhitzt. Durch das Erwärmen entsteht zudem Feuchtigkeit, welche im Winter schnell zu Schimmel führen kann. Ein weiteres Problem ist das schwüle, drückende Klima, welches die Konvektionsheizung verursacht. Die Infrarotheizung verhindert diese Folgen, wirkt Feuchtigkeit und Schimmel sogar entgegen.

Vorteile der Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung bietet viele Vorteile, welche sich besonders in Zeiten steigender Energiepreise bemerkbar machen:

Einfache Montage: Infrarotheizungen benötigen zur Installation keinerlei Fachwissen oder Vorbereitung. Die meisten Paneele lassen sich mit wenigen Schrauben an der Wand befestigen, und auch jederzeit wieder abmontieren. Infrarotheizungen sind nicht standortfest und können jederzeit an einen anderen Ort gebracht werden. Dies ist bei einer regulären Gasheizung nicht möglich, und somit ein großer Pluspunkt.

Simple Handhabung: Infrarotheizungen müssen nur in eine Steckdose eingesteckt werden, um sie zu aktivieren. Mit einem zusätzlichen Wifi-Thermostat kann die Temperatur einfach gesteuert und festgelegt werden, ganz ohne aufwendige Programmierung. Wartungen oder Reparaturen sind nicht notwendig, da Infrarotheizungen keine beweglichen Bauteile haben.

Effektive Wärmeverteilung: Reguläre Konvektionsheizungen erwärmen die gesamte Luft in einem Zimmer. Es wird also auch viel Fläche beheizt, die effektiv gar nicht in Benutzung ist. Besonders bei hohen Decken und großen Zimmern verschwenden Konvektionsheizungen daher viel Heizenergie. Infrarotheizungen arbeiten hier effektiver: mit den Strahlen werden nur Gegenstände und Personen erwärmt, die sich wirklich in dem Raum befinden.

Nachteile der Infrarotheizung

Stromverbrauch: Infrarotheizungen benötigen besonders bei einer hohen Heizleistung viel elektrische Energie. Da die Strompreise im Moment ebenfalls enorm ansteigen, sollten diese Kosten beachtet werden. Es gibt jedoch Ausnahmen: Wenn eine eigene Photovoltaikanlage vorhanden ist, ist der Betrieb einer Infrarotheizung beinahe kostenlos.

Anschaffung mehrerer Geräte: Die größten Infrarotheizungen haben eine Heizleistung von 1200 Watt. Diese reicht aus, um ein Zimmer von bis zu 20 Quadratmeter zu beheizen. Die Strahlweite einer solchen Infrarotheizung liegt bei ca. vier Metern, wobei eine gleichmäßige Wärmeverteilung nur innerhalb der ersten 2,5 Meter möglich ist. Bei besonders großen Räumen müssen daher viele Geräte angeschafft werden, was ein großer Kostenfaktor ist.

Platzverbrauch: Infrarotheizungen benötigen viel Platz an Wänden oder an der Decke. In sehr kleinen Wohnungen kann es schwierig werden, einen geeigneten Platz zu finden. Um eine Infrarotheizung an der Decke zu installieren, sollte zudem mindestens eine Deckenhöhe von 2,50 Meter gegeben sein. Aber: Mit mobilen Infrarotheizungen auf einem Standfuß oder auf Rollen lassen sich auch kleine Räume beheizen.

Infrarotheizungen sind eine zukunftssichere Art, seine Wohnung zu beheizen. Sie sind unabhängig von Rohstoffen und benötigen keinerlei Wartung oder Pflege. Mit einer effektiven Wärmeverteilung und niedrigen Anschaffungskosten sind die Geräte für die allermeisten Wohnungen geeignet. Dennoch sollten auch die negativen Folgen wie Stromkosten und Platzverbrauch beachtet werden, wenn sich für eine Infrarotheizung entscheiden.

Der Heizlüfter

Innerhalb der letzten Monate ist der Absatz von Heizlüftern um etwa 30 Prozent gestiegen. Die kleinen Geräte sorgen für schnelle und starke Wärme, die über einen Ventilator ausgegeben wird.

Ein Heizlüfter erwärmt durch elektrische Energie eine Spirale im Innenraum des Gerätes. Anschließend wird die ,,kalte“ Raumluft durch diese Spirale geführt und erhitzt ausgegeben. In der Regel lassen sich die Lüfter stufenlos einstellen und können so viel Hitze in kurzer Zeit ausgeben.

Vorteile eines Heizlüfters

Kompakte Größe: Heizlüfter passen in jeden Wohnraum. Sie verbrauchen nicht viel Platz und können ohne Probleme in einem Schrank verstaut werden. Im Gegensatz zu Infrarotheizungen verbrauchen Sie also sehr wenig Platz und könne in kleinen Zimmern eingesetzt werden.

Schnelle Wärme: Heizlüfter sind vergleichbar mit einem starken Ventilator, allerdings mit Heißluft. Diese verbreitet sich innerhalb weniger Minuten im gesamten Raum und sorgt für eine gemütliche Wärme.

Sicherheitseinrichtungen: Früher war es riskant, einen Heizlüfter im privaten Wohnraum einzusetzen. Die Geräte sind schnell überhitzt und baten so ein hohes Brandrisiko. Bei modernen Heizlüftern ist das jedoch anders: Viele der Geräte sind mit Spannungsschutzeinrichtungen und einer automatischen Abschaltung ausgestattet, sodass ein sorgenfreier Betrieb möglich ist.

Nachteile eines Heizlüfters

Große Hitzeentwicklung: Direkt vor dem Heizlüfter entstehen hohe Temperaturen, die schnell unangenehm werden können. Manche Menschen mögen diese starke Hitze nicht, da sie schwer zu regulieren ist.

Unschöne Optik: Infrarotheizungen sehen vergleichsweise gut aus. Besonders als Spiegel oder Wandbild sind Sie kaum von eine, Dekoelement zu unterscheiden. Beim Heizlüfter ist das anders, er bringt oft einen unschönen industriellen Look mit sich, der nicht gut in Wohnungen passt.

Stromverbrauch: Auch hier ist der Stromverbrauch nicht unwesentlich. Besonders in großen Räumen ist der Heizlüfter dadurch kein effektives Heizmittel, da die erhitzte Luft zu schnell wieder abkühlt.

Fazit

Elektroheizungen können eine sinnvolle Alternative zur Konvektionsheizung sein. Besonders dann, wenn eine eigene Photovoltaikanlage vorhanden ist, sind Infrarotheizungen oder Heizlüfter eine gute Heizmethode. Allerdings dürfen auch die hohen Stromkosten und die Anschaffungskosten nicht unterschätzt werden, denn die Betriebskosten schießen besonders im Winter in die Höhe.

Bei Elektroheizungen muss immer im Einzelfall entschieden werden, ob eine Anschaffung sinnvoll ist. Ausschlaggebend sind immer die Raumgröße, die Art der verbauten Heizung und der aktuelle Strompreis ausschlaggebend.

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